Den Oldtimer gut vorbereitet in die Winterpause stellen


Nach dem Genuss der Herbstsonne sollten Oldtimer-Besitzer rechtzeitig daran denken, ihre Klassiker für die Winterpause vorzubereiten. Der ADAC hat die wichtigsten Pflegetipps zusammengestellt, damit der Oldtimer den Winter schadlos übersteht.

Um im Frühjahr entspannt in die neue Saison zu starten, sollten Oldtimer-Besitzer sich einen Tag Zeit nehmen, um ihr Fahrzeug für die Winterpause vorzubereiten. So machen Sie ihren Oldtimer in zehn Schritten winterfit:


Motor

Führen Sie einen Ölwechsel durch und investieren Sie in ein hochwertiges Motorenöl. Die Zugabe eines Öl-Additives wird vom ADAC nicht empfohlen. Korrosionsschutzöl sollte man nur bei mehrjährigen Ruhepausen verwenden.


Batterie

Klemmen Sie die Batterie ab und laden Sie diese regelmäßig nach, da diese sonst Schaden nehmen kann. Schaffen Sie sich dazu ein spezielles Erhaltungs-Ladegerät an oder hängen sie die Batterie etwa alle zwei Monate an ein Standard-Ladegerät.


Karosserie

Kontrollieren Sie nach einer gründlichen Wäsche die Lackoberfläche penibel: Reste von Vogelkot, Insekten und Harzen können großen Schaden anrichten. Ab und zu ist auch das Auftragen von Hartwachs angebracht. Sinnvoll ist es auch, den Unterboden und die Radhäuser auf Korrosionsschäden zu überprüfen.


Reifen

Im Idealfall bocken Sie ihren Klassiker auf, um Reifen und Fahrwerk zu entlasten. Den Reifendruck sollten Sie um 0,5 bar im Vergleich zum normalen Reifendruck erhöhen. Achten Sie aber bei der ersten Fahrt nach der Winterpause unbedingt darauf, den Druck zu kontrollieren und bei Bedarf anzupassen.


Tank

Lassen Sie ihren Oldtimer mit randvollem Tank überwintern, um Rostbildung im Tank vorzubeugen.


Kühlsystem

Prüfen Sie den Frostschutz und ergänzen Sie bei Bedarf geeignetes Kühlmittel.


Dichtungen

Gummis und Dichtungen sollten vor der Winterpause mit einem geeigneten Pflegeprodukt behandelt werden, damit sie geschmeidig bleiben.


Lagerung

Gegen das Einstauben hilft ein Baumwolltuch, zum Beispiel ein Bettlaken oder ein spezieller Überzug aus dem Fachhandel. Kunstfaser-Überzüge oder Kunststofffolien sind nicht geeignet.

Im Idealfall lagern Sie den automobilen Klassiker bei konstanter Temperatur von 15 Grad Celsius bei 40 Prozent Luftfeuchtigkeit. Da sich den Luxus einer Klimakammer nicht jedermann leisten kann, bietet der Fachhandel viele Produkte zur Luftverbesserung an, wie elektrische Luftentfeuchter oder Trocken-Granulate. Die Fenster des Fahrzeugs sollten zur Durchlüftung etwas geöffnet sein, die Feststellbremse darf nicht angezogen sein.


Cabrio-Verdeck

Besitzer von Cabriolets sollten das Verdeck vor der Winterpause gründlich reinigen und darauf achten, die Gummidichtungen mit einem geeigneten Pflegeprodukt zu behandeln. Cabrios sollten mit geschlossenem Dach überwintern, um einer Faltenbildung am Verdeck vorzubeugen.


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Vor dem ersten Start gilt: Batterie checken. Bei den Versionen mit aufschraubbaren Verschlussstopfen kann man zudem prüfen, ob destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss. Der Motor sollte nach zwei bis drei Versuchen anspringen. Weitere Startversuche sollten nicht unternommen werden, da bei Youngtimern mit Katalysator die Gefahr besteht, dass dieser beschädigt wird. Vielmehr ist eine Fehlersuche durch einen entsprechenden Fachmann zu empfehlen.

Die häufigsten Ursachen für ein Nicht-Anspringen des Motors sind mürbe gewordene Kraftstoffschläuche sowie verschlissene Unterbrecherkontakte oder Zündkerzen. Bei der ersten Bremsung kann zudem der Bremsweg länger sein, da sich auf dem Bremsscheiben- und trommeln angesammelter Flugrost erst abschleifen muss.

Neben einer Autowäsche, ist die gründliche Säuberung der Verglasung und der Rückspiegel empfehlenswert. Auch die Scheibenwischerblätter sollten inspiziert werden. Auch wenn der Oldtimer "Nässe" im klassischen Sinn nicht ausgesetzt war, ist das Winterlager häufig nicht optimal belüftet.

Dadurch kann sich Feuchtigkeit, bis hin zur Schimmelbildung und Rost - auch im Verborgenen - angesammelt haben. Daher sollten auch sämtliche Bodenbeläge aus Innen- und Kofferraum, sofern nicht fest verklebt, herausgenommen werden. Eine gründliche Sicht-Inspektion ist daher ratsam.

Weitere Informationen zur Pflege historischer Fahrzeuge gibt es bei der ADAC Klassikabteilung unter www.adac.de/klassik sowie im neuen Oldtimer-Ratgeber 2014/15, der zur Techno Classica kommende Woche erscheint.

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